Archiv der Kategorie ‘Verkehr’

Kampfradler

Donnerstag, 7. Juni 2012

Rücksichtslose Radler halten sich offenbar für Robin Hoods der Straße, giftet Verkehrsminister Peter Ramsauer. Der Mann hat recht. Es ist wirklich skandalös, mit welcher Beharrlichkeit sich Radfahrer immer und immer wieder mit ihren Körpern gegen frisch gewaschene Autos werfen und dabei Lackschäden verursachen oder zumindest unschöne Fettflecken hinterlassen:

Free Lunch

Donnerstag, 6. Oktober 2011

“There is no free lunch”, ist so ein geflügeltes Wort unter Ökonomen, das ungefähr so viel heißt wie “einer zahlt am Ende immer”. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat aus dem Dilemma aber scheinbar einen Ausweg gefunden. Er erhofft sich nämlich aus der Pkw-Maut Milliardeneinnahmen für den Straßenbau (gemeint sind natürlich Milliardeneinnahmen für die Kommunen, die vielleicht für den Straßenbau verwendet werden, vielleicht aber auch nicht). Das Tolle daran: Der Autofahrer soll nicht zusätzlich belastet werden. Fragt sich nur, woher die Milliarden dann kommen sollen.

Angebot und Nachfrage

Mittwoch, 31. März 2010

Das ständige Gejammer über die hohen Benzinpreise ist mir ein Rätsel. Wenn zu Ostern - oder ganz allgemein in den Ferien - die Nachfrage nach Benzin steigt, weil die Leute mehr Auto fahren, dann ist es doch das Normalste von der Welt, wenn bei gleichbleibendem Angebot der Preis steigt. Über solche Mechanismen regt sich doch sonst keiner auf. Oder hat ein Wirtschaftsminister schonmal der Tourismusbranche mit dem Kartellamt gedroht, weil Reisen in der Hauptsaison doppelt so teuer sind wie sonst? Oder beschwert sich jemand über Fluggesellschaften, die stark nachgefragte Flüge weit höher bepreisen als weniger stark nachgefragte?

Böser Wettbewerb (schon wieder)

Freitag, 16. Januar 2009

Ein Problem mit dem Wettbewerbsgedanken offenbaren nicht nur die Gewerkschaft GEW oder die deutschen Milchbauern, sondern auch die Bediensteten der Deutschen Bahn. Diese demonstrierten heute in Berlin “für ihre Arbeitsplätze”, offenbarten jedoch vorrangig ihr mangelndes Verständnis marktwirtschaftlicher Prozesse.

Sie können einfach nicht verstehen, dass ein Kunde für einen gegebenen Preis die beste Leistung aussucht oder für eine gegebene Leistung den niedrigsten Preis. Dabei ist es so einfach, sie müssten sich doch nur selbst beim konsumieren beobachten. Gibt es Leute, die lieber zum stets mies gelaunten Friseur gehen, dessen Laden verdreckt ist und der für einen Haarschnitt 20 Euro verlangt - statt zum stets freundlichen Friseur in seinem sauberen Laden, der für seine Dienstleistung nur 12 Euro verlangt? Vermutlich gibt es nur wenige, selbst wenn man sich unschwer ausrechnen kann, dass der freundliche Friseur für sein Geld schwerer arbeiten muss als der miesepetrige.

Und dennoch meinen die Bahn-Bediensteten, dass der Kunde - in ihrem Fall die öffentliche Hand - die schlechtere Leistung einkaufen solle. Weil doch sonst ihre schönen Arbeitsplätze gefährdet seien und die böse private Konkurrenz niedrigere Löhne zahle. Wenn den Bahn-Leuten etwas an ihren Arbeitsplätzen liegt - wovon auszugehen ist - wären sie gut beraten, eine qualitativ hochwertige Leistung zu konkurrenzfähigen Preisen zu erbringen, statt ihre Zeit mit Demonstrationen zu vertrödeln, auf denen sie den Staat zur Verschwendung von Steuergeldern auffordern. Dazu gehören dann aber auch pünktliche, saubere Züge, in denen Mitarbeiter sich als Dienstleister am Kunden begreifen und nicht als Vollstrecker einer amtlichen Beförderungsleistung.

Doofe Politikerideen (1)

Dienstag, 19. Februar 2008

Da kommen gleich 61 Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken des Berliner Abgeordnetenhauses auf die grandiose Idee, einen autofreien Tag einzuführen. Und zwar für einen “aktiven Klimaschutz”, wie Daniel Buchholz, der umweltpolitische Sprecher der SPD sagte. Im Übrigen würden autofreie Tage von der EU empfohlen und es gebe sie auch in anderen europäischen Städten wie Paris und Rom.

Der Senat lehnte die Idee ab. Nicht etwa, weil sie vollkommen bescheuert ist, sondern weil rechtliche Bedenken bestehen. Das ficht die Befürworter allerdings nicht an. So sieht Buchholz mit etwas gutem Willen “juristische Schlupflöcher” in der Straßenverkehrsordnung.

Es mag ja sein, dass die EU tatsächlich so allerhand dummes Zeug empfiehlt und es mag sogar sein, dass sich Franzosen und Italiener die Empfehlung zu eigen machen. Aber das heißt ja nicht, dass Berlin den dritten Dummen im Bunde spielen muss. Dass ein autofreier Tag nichts zählbares zum Klimaschutz beiträgt, liegt auf der Hand. Ebenso offensichtlich ist, dass so etwas enorme Kosten für jene mit sich bringt, die auf ein Auto angewiesen sind und keine Möglichkeit haben, stattdessen mit der BVG zu fahren (falls die nicht ohnehin gerade mal wieder streikt). Aber mal agesehen vom gesunden Menschenverstand, der einigen abhanden zu kommen scheint: Bedenklich ist, dass unsere Volksvertreter offenbar keine Skrupel haben, sich über die von ihnen selbst beschlossenen Gesetze hinwegzusetzen, wenn sie ihnen politisch gerade nicht in den Kram passen.

Die KVB - eine Karikatur eines Verkehrsunternehmens

Donnerstag, 24. Januar 2008

In mancher Hinsicht herrschen in Berlin paradiesische Zustände. Zum Beispiel im Nahverkehr. Zwar fahren die U-Bahn und S-Bahn immer seltener, mit kürzeren Zügen und zu höheren Preisen, aber im Großen und Ganzen funktioniert es recht gut. Ein Großteil des Stadtgebiets ist in akzeptablen Reisezeiten erreichbar. Das Auto ist in der Regel nicht schneller, oftmals langsamer.

Dass es auch anders geht, zeigen die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Die haben es diese Woche fertiggebracht, für eine Strecke von Bayenthal zum Hauptbahnhof mit der Linie 16 (ohne Umsteigen, einschließlich Wartezeit) 51 Minuten zu benötigen. Möglicherweise auch länger, denn als ich an die Haltestelle kam, warteten dort schon etliche Personen. In der Zeit hätte man die 4,5 Kilometer auch zu Fuß bewältigen können. Zu alldem mussten sich die Fahrgäste auch noch vom Fahrer anpöbeln lassen (”da ist Biomasse in der Tür, so geht die nicht zu”).

Die Kölner regt so etwas offenbar nicht auf. Liegt es an der rheinischen Gelassenheit (”et kütt wie et kütt”) oder daran, dass man sich an die unterirdischen Leistungen der KVB gewöhnt hat?

verdis Küchenmädchenlogik

Mittwoch, 16. Januar 2008

Immer noch verhandeln verdi und der Berliner Senat über einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe. Das Besondere an der Situation ist, dass es bei der BVG gut verdienende, unkündbare Alt-Beschäftigte und ziemlich schlecht verdienende neu Eingestellte gibt. Der Senat will nur die Löhne der neu Eingestellten erhöhen, verdi will mehr Geld für alle.

Nun sind die Verhandlungen festgefahren. Verdi wirft dem Senat vor, die Beschäftigten spalten zu wollen. Das Argument des verdi-Bundesvorstands Ott:

Ott: «Ich halte es für einen rot-roten Senat inakzeptabel, Tarifverhandlungen mit einer Sozialneiddebatte zu befrachten».

Aha. Wenn der Senat den Alt-Beschäftigten der BVG keine Lohnerhöhungen geben will, ist das für verdi “Sozialneid”. Wenn es aber um Zeitarbeit geht, fordert verdi “gleichen Lohn für gleiche Arbeit“.

Neue Züge auf der U2: Kein Platz für Fahrgäste

Dienstag, 15. Januar 2008

Welcher Geisteskranke Welches Genie hat eigentlich die neuen Züge entworfen, die auf der U2 fahren? Alle 5 Meter eine Tür! Dazwischen noch Gelenke, Plätze für Fahrräder und Kinderwagen - Ergebnis: Kaum noch Sitzplätze, aber auch kaum Stehplätze. In diese Bahn steigen 3 Leute ein und sie ist voll. Was soll das? Wozu diese verschwenderische Anzahl Türen? Findet andernfalls der Durchschnittsberliner den Ausgang nicht? Was hat sich die BVG dabei gedacht, diese Dinger zu beschaffen? Fragen über Fragen.. Neue Züge auf der U2: Kein Platz für Fahrgäste

Wettbewerb à la Mehdorn

Montag, 14. Januar 2008

So ganz hat er das noch nicht verstanden mit dem Wettbewerb, der Vorstandschef der Deutschen Bahn. Sonst käme er wohl nicht auf die abwegige Idee, dass die ganze Bahnbranche den Haustarif der Bahn anwenden solle:

Mehdorn wies darauf hin, dass ein reiner Mindestlohn aus seiner Sicht zu wenig wäre: “Mindestlöhne würden uns gar nichts nützen, weil wir weit darüber zahlen. Wir fordern, dass alle angemessene Tarifverträge haben müssen.”

“Angemessen” heißt dann wohl auf dem weit überdurchschnittlichem Niveau des Staatsunternehmens. So läuft das nicht in einer Marktwirtschaft. Die Forderung nach einheitlichen Tarifverträgen ist genauso unsinnig wie die Forderung, dass alle Wettbewerber die gleichen Preise für Diesel zu zahlen hätten. Die Vorteile, die die Bahn hier (und anderswo) wegen ihrer größeren Abnahmemengen erzielen kann, teilt sie ja auch nicht mit ihren Konkurrenten. Und das zu Recht.

Wettbewerb heißt Konkurrenz auf allen Märkten - bei der Beschaffung von Vorleistungen genauso wie auf dem Arbeitsmarkt oder dem Markt für das Endprodukt. Einheitliche Preise zerstören ein wichtiges Wettbewerbselement. Es muss einem Unternehmen möglich sein, durch die Zahlung hoher Löhne die besten Arbeitnehmer zu attrahieren. Genauso muss es möglich sein, mit der Beschäftigung geringproduktiver Arbeitnehmer zu niedrigeren Löhnen sein Glück zu versuchen. Durchsetzen wird sich am Ende die effizienteste Produktionstechnologie, was wesentlich für die Dynamik der Marktwirtschaft ist. Das klappt aber nur, wenn die Preise nicht vorgegeben werden.

Der Einheitstarifvertrag für alle ist genauso unsinnig wie die bindende Vorgabe des Preises für eine Fahrkarte von Berlin nach Hamburg. Was würde wohl Mehdorn dazu sagen, wenn man die Deutsche Bahn zwingen würde, höchstens den Preis des günstigsten Wettbewerbers zu nehmen?

Steuerkapriolen

Samstag, 12. Januar 2008

Die Bundesregierung will - wie schon vor geraumer Zeit angekündigt - nun tatsächlich die Kfz-Steuer künftig nicht mehr wie bislang nach Hubraum, sondern nach CO2-Ausstoß bemessen. Unklar ist, was damit erreicht werden soll.

Der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs richtet sich nach dem Verbrauch. CO2 kann nur dann entstehen, wenn Benzin oder Diesel verbrannt werden. Ein Liter Benzin wandelt sich beim Verbrennen in eine feststehende Menge CO2 um. Mein Chemie-Kurse liegen schon lange zurück, aber meines Erachtens ist es dem Liter Benzin ziemlich egal, ob er in einem Porsche Cayenne oder einem VW Polo verbrannt wird. Die Menge des erzeugten CO2 müsste eigentlich immer gleich sein.

Wenn dem so ist, dann verfehlt die neue Kfz-Steuer komplett ihren Sinn. Ein dicker Achtzylinder mit 5 Litern Hubraum erzeugt nullkommanull CO2, wenn er in der Garage steht. Der vermeintlich umweltkompatible 1,2 Liter-Turbodiesel dagegen erzeugt ziemlich viel CO2, wenn man damit 50.000 km im Jahr fährt. Die neue Steuer besteuert aber den Achtzylinder hoch und den Turbodiesel gering.

Wenn man tatsächlich mit der Steuer den CO2-Ausstoß verteuern will, ist das dafür geeignete Instrument die Mineralölsteuer. Denn nur ein verbrannter Liter Benzin erzeugt CO2. Davor scheut aber die Bundesregierung zurück, wohl weil eine Erhöhung des Benzinpreises sofort die Bild-Zeitung auf den Plan ruft. Da greift man lieber auf untaugliche Symbolpolitik zurück. Alibi-Aktionismus.