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Böse Ahnungen

Freitag, 6. November 2009

Die dilettantische, amateurhafte und unkoordinierte Art und Weise, wie Politik und Behörden in Deutschland versuchen, die Schweinegrippe zu bekämpfen, lässt Böses ahnen für den Fall, dass mal ein echter Killervirus auftaucht: Statt Kriegsrecht und Quarantäne zu verhängen, werden sich Bund, Länder und Kommunen erst einmal um die Zuständigkeit und gleich danach um die Finanzierung der Maßnahmen streiten. Während es bereits die Bevölkerung dahinrafft, werden die Kommunen erklären, dass sie ohne finanziellen Ausgleich außerstande sind, überhaupt irgendetwas zu tun. Die Krankenkassen werden sich weigern, über ihr Budget hinaus Mittel bereitzustellen. Flughafenkontrollen gibt es nicht, weil dafür eine Außenstelle des Landkreisamtes in Schönefeld/Brandenburg zuständig ist, die aber zur Zeit nicht besetzt ist, weil der zuständige Mitarbeiter in den Vorruhestand gegangen ist. Und wenn die Seuche ihren Höhepunkt erreicht, werden die Landesgesundheitsminister eine Konferenz einberufen, um einen Aktionsplan für “unverzügliche” Maßnahmen zu erarbeiten.