Die KVB - eine Karikatur eines Verkehrsunternehmens

In mancher Hinsicht herrschen in Berlin paradiesische Zustände. Zum Beispiel im Nahverkehr. Zwar fahren die U-Bahn und S-Bahn immer seltener, mit kürzeren Zügen und zu höheren Preisen, aber im Großen und Ganzen funktioniert es recht gut. Ein Großteil des Stadtgebiets ist in akzeptablen Reisezeiten erreichbar. Das Auto ist in der Regel nicht schneller, oftmals langsamer.

Dass es auch anders geht, zeigen die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Die haben es diese Woche fertiggebracht, für eine Strecke von Bayenthal zum Hauptbahnhof mit der Linie 16 (ohne Umsteigen, einschließlich Wartezeit) 51 Minuten zu benötigen. Möglicherweise auch länger, denn als ich an die Haltestelle kam, warteten dort schon etliche Personen. In der Zeit hätte man die 4,5 Kilometer auch zu Fuß bewältigen können. Zu alldem mussten sich die Fahrgäste auch noch vom Fahrer anpöbeln lassen (”da ist Biomasse in der Tür, so geht die nicht zu”).

Die Kölner regt so etwas offenbar nicht auf. Liegt es an der rheinischen Gelassenheit (”et kütt wie et kütt”) oder daran, dass man sich an die unterirdischen Leistungen der KVB gewöhnt hat?

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