Zur ökonomischen Relevanz des Kühlschrankwesens

Wider Erwarten ist es gar nicht so, dass Josef Ackermann an allem Unbill der Welt einschließlich des Klimawandels Schuld ist. Eine erhebliche Mitschuld tragen auch - alte Kühlschränke, die viel Energie verbrauchen! Diesen Eindruck kann man jedenfalls bekommen, wenn man die Berichterstattung und politische Diskussion der letzten Wochen Revue passieren lässt.

Den Anfang machte Andrea Ypsilanti, die gemeinsam mit ihrem Öko-Leninisten Hermann Scheer in gewohnt staatsdirigistischer Weise nicht-energiesparende Kühlschränke kurzerhand verbieten lassen will. Viel Spass mit dieser Regierung, liebe Hessen.

Dann sucht die Bundesregierung in gewohnt hilfloser Weise verzweifelt nach Programmen, mit dem sie das Geld der Steuerzahler verschwenden kann und findet - Kühlschränke. Die Subventionierung der Anschaffung energiesparender Kühlschränke rettet nicht nur das Klima, also quasi die ganze Welt, sondern überwindet auch gleich noch die Finanzkrise, indem der private Verbrauch angekurbelt wird - oder so ähnlich. Gehören Ausgaben für Energie nicht auch zum privaten Verbrauch? Na ja egal, Hauptsache wir tun was.

Und nun will uns noch die Stiftung Warentest in gewohnt unbedarfter Weise klarmachen, dass so ein energiesparender Kühlschrank auch sonst eine tolle Sache ist. Denn die bösen Billiggeräte verbrauchen bis zu 430 Wattstunden am Tag, während das super-duper Modell von Miele weniger als 240 Wattstunden verbrauche. Zwar kostet der Energiefresser nur 310 Euro und das Sparwunder 900 Euro, aber trotzdem.

Mal nachrechnen. 430 Wattstunden am Tag kosten bei Vattenfall Berlin 29,30 Euro im Jahr. Bei 200 Wattstunden ergibt sich eine Stromrechnung von 13,63 Euro. Man spart also 15,67 Euro im Jahr. Angenommen, so ein Kühlschrank hält 15 Jahre, dann hat man 235 Euro Strom gespart. Nichts gegen Miele-Kühlschränke, aber allein wegen der Stromersparnis braucht man sich so ein Teil sicher nicht kaufen. Der Preisunterschied ist so groß, dass das Stromsparmodell noch Strom mitbringen müsste, damit es sich lohnt.

Womit illustriert ist, woran diese Energiesparsubventionierung im Kern krankt. Der Staat verschleudert Steuergeld, um Energie an Stellen zu sparen, wo es überhaupt nicht effizient ist. Haben sich diese Klima-Apologeten eigentlich mal überlegt, wieviel CO2 dabei ensteht, das Geld zu erwirtschaften, was sie dann für Sparkühlschränke ausgeben wollen? Vermutlich nicht. Aber das kommt eben dabei heraus, wenn der Staat meint, den Markt lenken zu können.

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