Bricht die Zeitarbeit weg?

“Zeitarbeit kommt unter die Räder”, schreibt heute der Berliner “Tagesspiegel” Hintergrund ist die zurückgehende Nachfrage nach Arbeitskräften in der Automobilindustrie. Davon ist zunächst vorrangig die Zeitarbeit betroffen, deren Verträge mit den Automobilproduzenten nicht mehr verlängert werden. Denn anders als bei fest eingestellten Arbeitnehmern muss der Automobilhersteller hier keine hohen Entlassungskosten fürchten. Was bedeutet dies für die Zeitarbeitnehmer?

Der Zeitarbeitnehmer ist beim Zeitarbeitsunternehmen angestellt. Dieses übernimmt die vollen Arbeitgeberpflichten. Wenn für einen Zeitarbeitnehmer in der Automobilbranche nichts mehr zu tun ist, kann er vom Automobilhersteller nicht entlassen werden. Lediglich seine Überlassung endet. Das Zeitarbeitsunternehmen wird versuchen, den Arbeitnehmer an ein anderes Unternehmen zu überlassen. Gelingt dies nicht, bleibt der Zeitarbeitnehmer beim Zeitarbeitsunternehmen beschäftigt und kann die überlassungsfreie Zeit z.B. für Weiterbildungen nutzen.

Zwischen Zeitarbeitnehmern und Zeitarbeitsunternehmen gibt es auch befristete Arbeitsverträge, die auslaufen, wenn der Überlassungseinsatz beim Kundenunternehmen endet. In dem Fall muss der Zeitarbeitnehmer damit rechnen, dass sein Vertrag nicht verlängert oder entfristet wird. Langfristige prekäre Beschäftigung durch solche Verträge ist jedoch nicht zu befürchten. Die Zeitarbeit unterliegt genau wie andere Branchen dem Teilzeit- und Befristungsgesetz, demzufolge eine (sachgrundlose) Befristung nur einmalig erfolgen kann. Befristete Kettenverträge sind nicht möglich.

Eine anderes Szenario wäre es, wenn es dem Zeitarbeitsunternehmen absehbar und über längere Zeit nicht gelingt, einen neuen Überlassungsauftrag für den Zeitarbeitnehmer zu finden. In diesem Fall kann eine Entlassung aus betriebsbedingten Gründen erfolgen. Dabei unterliegt das Zeitarbeitsunternehmen - bei Vorliegen der Voraussetzungen - dem Kündigungsschutzgesetz, das für betriebsbedingte Entlassungen strenge Vorgaben macht.

Was mit den Zeitarbeitnehmern geschieht, für die im verarbeitenden Gewerbe gegenwärtig kein Bedarf mehr ist, kann also nicht eindeutig vorhergesagt werden. Zweifellos wird es Personalabbau auch in der Zeitarbeit geben, aber nicht jede abgebaute Zeitarbeitsstelle in der Industrie mündet in einer Entlassung.

In der Vergangenheit hat sich die Zeitarbeit deutlich besser entwickelt als die Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer stieg von 1991 bis 2007 von 130.000 auf über 750.000. Daran haben auch die Krisen Mitte der 90er Jahre und 2001 bis 2003 nichts ändern können. In diesen beiden Phasen ging die Zahl der Zeitarbeitnehmer um 14 bzw. 9 Prozent zurück. Selbst wenn der Rückgang gegenwärtig mit 20 Prozent deutlich stärker ausfallen würde - womit allenfalls nach mehrjähriger Konjunkturflaute zu rechnen wäre - würden nur 150.000 Jobs in der Zeitarbeit wegfallen. Zuwenig, um die Beschäftigungsperformance des gesamten deutschen Arbeitsmarktes zu beeinträchtigen.

3 Kommentare zu “Bricht die Zeitarbeit weg?”

  1. blogring.org sagt:

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  2. ElmerBap sagt:

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  3. Michale Sivers sagt:

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