Peterchens Mondfahrt

Das muss ein guter Stoff gewesen sein, den der gelernte Pfarrer Peter Hintze, seines Zeichens Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, da an Weihnachten geraucht hat. Weihrauch vermutlich. Anders ist nicht zu erklären, wie er zu seiner jüngsten Idee gekommen ist: Um die Konjunktur zu stützen und um jungen Leuten die Faszination der Technik näherzubringen, soll Deutschland für 350 Millionen Euro ein Mondfahrprogramm auflegen. Der Erdtrabant soll endlich einmal mit deutscher Gründlichkeit kartiert werden.

Eine tolle Sache, so eine Mondkarte. Man weiß nie, wofür so etwas einmal nützlich sein könnte. Die Konjunktur stützt das ungefähr genauso, als wenn der Bund im Februar sämtliche Jecken kostenlos mit Kostümen ausstatten würde. Wäre ja auch eine Überlegung wert, fördert den Zugang junger Menschen zu deutscher Kultur (oder so).

Wenn auch Hinzes Idee so gaga ist, dass man allenfalls darüber lachen kann - so wird doch deutlich, woran sämtliche staatlichen Konjunkturprogramme im Grundsatz kranken. Jenseits des Ausbaus der Infrastruktur hat der Staat große Mühe, etwas zu benennen, für das man sinnvoll Geld ausgeben könnte. Bevor wir so einen Schwachsinn wie Peterchen Hintzes Mondfahrt subventionieren, sollte man vielleicht doch noch einmal über Steuersenkungen nachdenken.

2 Kommentare zu “Peterchens Mondfahrt”

  1. zeitcollector sagt:

    Wenn man es nicht lesen könnte - man glaubt es nicht! Von Hintze habe ich nie viel gehalten, aber das ist schon etwas Besonderes. Die genauen Karten wird es dann sicher bald im Navigationsgerät für den vielreisenden Autofahrer geben.
    Kann man Politker eigentlich entmündigen lassen??

  2. Holger sagt:

    Tja. Und da wundert sich mancher noch über Politikerverdrossenheit..

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