Amazon lässt nicht locker

Heute schlug eine E-Mail mit einer “Kundeninformation” des Online-Kaufhauses Amazon bei mir auf. Sie bezog sich auf ein Buch, das ich vor vielen Jahren einmal gekauft hatte. Um weitere “Kundeninformationen” zu unterbinden, loggte ich mich in das Konto ein und musste feststellen, dass es ein altes, nicht mehr genutztes mit nicht mehr aktueller Adresse und nicht mehr aktuellen Zahlungsdaten war: Eine Karteileiche. Mitterweile nutze ich ein anderes Konto. Ich bin ein ordnungsliebender Mensch, also wollte ich das Konto löschen.

Gar nicht so einfach! Zunächst einmal sucht man in der Übersicht von “Mein Konto” vergeblich nach einer Option für die Kontolöschung. Die sieht man erst, wenn man “Wie benutze ich ‘Mein Konto’?” anklickt. Aber auch dann ist man noch nicht am Ziel. Man kann ein Konto nicht einfach per Klick löschen, sondern ist gezwungen, eine Mail per Formular an Amazon zu schicken. Aber auch das war noch nicht alles. Denn Amazon schickt mir eine längliche Mail zurück, in der steht, ich möge “aus Sicherheitsgründen” einen oder meherere von mit zuletzt gekaufte Titel angeben. Damit wolle man verhindern, dass ein Unberechtigter das Konto löscht.

Leuchtet mir nicht ein. Ich bin doch schon dadurch legitimiert, dass ich mich in mein Konto eingeloggt habe. Und wenn das als nicht ausreichende Sicherung angehen wird, warum ist es mir dann möglich, ohne weitere “Sicherheitsabfrage” nach Herzenslust einzukaufen? Das ist doch ein viel größeres Risiko als die ungewollte Löschung eines Kontos, das man jederzeit wieder eröffnen könnte.

Ganz am Ende ist man nach Erhalt der Mail aber immer noch nicht. Wenn man auf diese nämlich mit der Antwort auf die Sicherheitsabfrage antwortet, schickt Amazon eine weitere Mail, derzufolge eine Antwort auf diese Adresse nicht möglich sei. Man möge doch das Kontaktformular benutzen. Ich kaufe gern bei Amazon, aber spätestens an diesem Punkt werde ich sehr ärgerlich. Warum wird die Löschung eines Kontos derart unnötig erschwert? Braucht Amazon die Karteileichen, um bei seinen Aktionären inflationierte Kundenzahlen vorweisen zu können?

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