Böser Wettbewerb (schon wieder)

Ein Problem mit dem Wettbewerbsgedanken offenbaren nicht nur die Gewerkschaft GEW oder die deutschen Milchbauern, sondern auch die Bediensteten der Deutschen Bahn. Diese demonstrierten heute in Berlin “für ihre Arbeitsplätze”, offenbarten jedoch vorrangig ihr mangelndes Verständnis marktwirtschaftlicher Prozesse.

Sie können einfach nicht verstehen, dass ein Kunde für einen gegebenen Preis die beste Leistung aussucht oder für eine gegebene Leistung den niedrigsten Preis. Dabei ist es so einfach, sie müssten sich doch nur selbst beim konsumieren beobachten. Gibt es Leute, die lieber zum stets mies gelaunten Friseur gehen, dessen Laden verdreckt ist und der für einen Haarschnitt 20 Euro verlangt - statt zum stets freundlichen Friseur in seinem sauberen Laden, der für seine Dienstleistung nur 12 Euro verlangt? Vermutlich gibt es nur wenige, selbst wenn man sich unschwer ausrechnen kann, dass der freundliche Friseur für sein Geld schwerer arbeiten muss als der miesepetrige.

Und dennoch meinen die Bahn-Bediensteten, dass der Kunde - in ihrem Fall die öffentliche Hand - die schlechtere Leistung einkaufen solle. Weil doch sonst ihre schönen Arbeitsplätze gefährdet seien und die böse private Konkurrenz niedrigere Löhne zahle. Wenn den Bahn-Leuten etwas an ihren Arbeitsplätzen liegt - wovon auszugehen ist - wären sie gut beraten, eine qualitativ hochwertige Leistung zu konkurrenzfähigen Preisen zu erbringen, statt ihre Zeit mit Demonstrationen zu vertrödeln, auf denen sie den Staat zur Verschwendung von Steuergeldern auffordern. Dazu gehören dann aber auch pünktliche, saubere Züge, in denen Mitarbeiter sich als Dienstleister am Kunden begreifen und nicht als Vollstrecker einer amtlichen Beförderungsleistung.

2 Kommentare zu “Böser Wettbewerb (schon wieder)”

  1. zeitcollector sagt:

    Das liest sich, als ob die Bahnbediensteten sich weigern, die Züge zu säubern und die Züge pünktlich fahren zu lassen?

  2. Holger sagt:

    Für die Qualität der Dienstleistung ist das gesamte Unternehmen verantwortlich. Der Vorstand, der darüber entscheidet, wie oft Züge gewartet und gereinigt werden. Und auch der Fahrkartenkontrolleur, der freundlich oder unverschämt auftreten kann. Nicht immer ist nur Mehdorn schuld, wenn bei der Bahn etwas schiefläuft. Reichlich Exemplarisches gibt es etwa hier.

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