Selbstmord aus Angst vor dem Tod

.. empfiehlt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DBG). Da stellt ein “Netzwerk für eine gerechte Rente” in einer Studie fest, dass die Altersarmut in Zukunft steigen könne. Netzwerk Rente? Wer ist denn das?

Der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Paritätische Gesamtverband, der Sozialverband VdK Deutschland, der Sozialverband Deutschland, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands, der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen, der Deutsche Frauenrat, der Seniorenverband – Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen, der Jahresringe Gesamtverband e.V. und die Volkssolidarität Bundesverband e.V. haben sich zu einem Netzwerk für eine gerechte Rente zusammengefunden.

Ach so.

Also der DGB im Verein mit der Rentnerlobby lässt in einer Studie feststellen, dass die Altersarmut zukünftig steigen könne. Man muss halt schonmal potentielle soziale Problemlagen in der Zukunft thematisieren, wenn es aktuell keine gibt. Denn die Armutsquote der Rentner liegt gegenwärtig genau auf dem Wert für die Gesamtbevölkerung. Aber weil es halt viele Arbeitslose gibt, die zukünftig in Rente gehen werden, könnten es ja auch mehr Arme werden.

Das trifft zweifellos zu. Die Frage ist, wie man dem Problem - das ja erst in Zukunft virulent wird - schon jetzt begegnen kann. Die Antwort des DGB: Die Rente mit 67 abschaffen! Weil ältere Arbeitslose ohnehin keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten, so die DGB-Argumentation, würde ein späterer Rentenbeginn nur in längerer Arbeitslosigkeit und daher niedrigerer Rente resultieren. Geniale Idee! Aber warum gehen wir nicht gleich alle schon mit 50 in Rente? Oder mit 40? Dann wäre das Risiko, vor Renteneintritt arbeitslos zu werden, ja nochmal viel geringer!

Wie so häufig “vergisst” der DGB, dass irgendjemand die Rechnung bezahlen muss. Nicht einmal Gewerkschaftsfunktionäre können die Augen davor verschließen, dass künftig weniger Erwerbstätige mehr Rentner versorgen müssen. Wenn man ständig Leistungen einfordert, die zu einer Erhöhung der Kosten für die Rente führen, belastet man damit die Beitragszahler. Die haben deshalb weniger Spielraum, selbst für ihre eigene Rente zusätzlich privat vorzusorgen. Denn von der gesetzlichen Rente ist für die Generation der unter 40-jährigen nichts zu erwarten.

Somit führen die sozialen Wohltaten des DGB, die ein noch nicht einmal existentes Problem bekämpfen sollen, ihrerseits dazu, dass sich das Problem künftig deutlich verschärft. Statt aus Angst vor künftiger Armut der Alten jetzt das Geld zu verpulvern, dass später zur Vermeidung der Armut gebraucht würde, sollte man vielleicht besser an die Ursachen gehen. An der Demographie lässt sich nichts mehr ändern. Aber es ist ja nicht in Stein gemeisselt, dass Ältere auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben. Der Verzicht auf finanzielle Anreize zur Frühverrentung oder auf Senioritätsentlohnung könnte bereits dazu beitragen, die Erwerbstätigkeit Älterer zu erhöhen.

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