Wie man Mehrarbeit verhindert

Man kann ja nicht behaupten, dass die Dienstleistungsgewerkschaft verdi ihre Lektion nicht gelernt hätte. Da wird zunächst für den Beibehalt des Briefmonopols gestritten. Dann werden die branchenweit ungewöhnlich hohen Tariflöhne des Monopolisten für allgemein verbindlich erklärt. Und nun erklärt verdi-Vorstandsmitglied Andrea Kocsis, bevor die Post beginne, das notleidende Briefgeschäft durch Mehrarbeit für die Briefträger zu sanieren, solle sie doch lieber einfach die Preise erhöhen.

Richtig, Frau Kocsis. Das Briefporto kann man ordentlich erhöhen, weil die Kunden ja dank Monopol nicht zu privaten Wettbewerbern abwandern können bzw. dies dank allgemeinverbindlicher Tarifverträge nur mäßig attraktiv ist. Aber dank des technischen Fortschritts ist der Mensch nicht mehr auf das Verschicken von Briefen angewiesen. Höhere Preise bewirken somit, dass weniger Briefe verschickt werden. Und damit wird letztlich erreicht, was verdi anstrebt: weniger Arbeit für die Briefträger.

Da fehlt jetzt eigentlich nur noch ein Beschäftigungssicherungsvertrag für die nächsten 20 Jahre, damit die demnächst fälligen Entlassungen nicht mehr erfolgen können. Irgendwann wird es dann der Steuerzahler richten.

Ein Kommentar zu “Wie man Mehrarbeit verhindert”

  1. R.G. sagt:

    Wie teuer (oder wie billig) alles noch zu DM-Zeiten war, erinnere ich nicht wirklich, aber gefühlt erhöhte Preise sind durch die Umstellung auf den Euro da!
    Soll heissen, dass so einige Preise wohl tatsächlich gut durch den (T-) Euro getarnt sind…..
    Allerdings darf man wohl auch davon ausgehen, dass die Gewerkschaften mit ihrer Tarifpolitik in den vergangenen Jahrzehnten einiges zu Preissteigerungen beigetragen haben!
    Entschuldigung, aber warum muss in Deutschland ‘jeder Depp’ eine Anwesenheitsprämie in Form von überhöhtem Lohn erhalten…..?
    Autoschrauber z.B. die berühmten 5.000 (DM für fünftausend Arbeitsplätze/VW) und Verkäuferinnen sich auch nicht mehr gewillt sehen, für weniger als 1.800 Euro im Laden die Beine in den Bauch zu stehen?
    Was wohl eher da war; hohe Löhne, oder hohe Preise?
    Heute bezahlt man für einen einigermassen ausgestatteten VW Golf schon ‘mal 27.000 Euro…….
    Damit hat man vor zwanzig Jahren ein Eigenheim angezahlt!
    Solche Beispiele gibt es zu Hauf und wundern tut sich nur noch das sog. Verliererklientel, welches mit Hartz IV ‘auskommen’ muss.
    Aber weiter so Deutschland; mit der Hilfe für Quelle (einst EUROPAS grösstes Versandhaus) und der ‘Unterstützung’ durch Gewerkschaften werden wir den Karren schon im Dreck behalten…..
    Gute Nacht Deutschland

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