Halbe Wahrheit

3,2 Millionen Menschen haben - so errechnete der DGB - in den letzten 12 Monaten ihren Job verloren. Das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Angesichts der Jobverluste, so berichtet die “Financial Times Deutschland” in ihrer Printausgabe, warnt der DGB vor einer Aufweichung des Kündigungsschutzes. Ah ja, klar.

Worauf der DGB abstellt, sind offenkundig die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Erwerbstätigkeit am ersten Arbeitsmarkt - Genaueres weiß man leider noch nicht, da die DGB-Studie “exklusiv” der FTD vorliegt. Diese Statistik zählt Neuanmeldungen bei den Arbeitsagenturen

Wer sich jetzt wundert, wo denn die 3,2 Millionen Neu-Arbeitslosen geblieben sind, wo wir doch nur 3,3 Millionen Arbeitslose im Bestand haben, der wundert sich zu Recht. Was der DGB nämlich unter den Tisch hat fallen lassen, ist dass die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit nahezu genauso hoch sind:

Vom Januar bis September 2009 meldeten sich 3,1 Millionen ehemals Erwerbstätige arbeitslos, darunter kamen 2,5 Millionen aus einer Erwerbstätigkeit am ersten Arbeitsmarkt. Im gleichen Zeitraum meldeten sich aber auch 2,5 Millionen Arbeitslose ab, weil sie eine Beschäftigung gefunden hatten. Insgesamt gab es 7,0 Millionen Zugänge in Arbeitslosigkeit und 6,7 Millionen Abgänge.

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