Der gute Cem

“Wir Grüne sind mit unseren Gedanken bei den Menschen in Japan, in ihrem Leid und ihren Sorgen. Die Lage ist zu ernst, als dass wir daraus tagespolitischen Profit schlagen dürften”,

sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir gestern gegenüber der Welt am Sonntag. Da möchte man ihm uneingeschränkt zustimmen. Wenn sich das seine Partei nur auch mal zu Herzen nehmen würde. Die hat nämlich gerade einmal 24 Stunden gebraucht, um die Katastrophe in Japan nicht nur als Steigbügelhalter der eigenen politischen Agenda auszunutzen, sondern auch noch als Knüppel gegen den politischen Gegner.

Ein unwürdiges Schauspiel.

4 Kommentare zu “Der gute Cem”

  1. Rudi sagt:

    Dürfen wir denn von den Grünen IRGENDETWAS anderes erwarten?
    Volle Zustimmung ergo zum unwürdigen Schauspiel. Aber ich glaube auch, dass es die Japaner nicht zu einer Unzeit ‘erwischt’ hat, sondern dass auch dort die Menschen von der Profitgier bewusst verheizt werden. Wer baut denn in einem solchen Land, das ständig von Erdbeben betroffen ist Kernkraftwerke? Das ist eine ehrliche Frage, denn in Deutschland sollen ja ALLE abgeschaltet werden, oder? Es ginge also auch ohne….
    Aber auf die Abendbilder von Tokio geschaut und man sieht die Ignoranz aller Japaner, nämlich eine GRELL ERLEUCHTETE STADT!!!
    Der Ehrlichkeit halber geht es den Menschen auf dem Rest der Welt mit ihrer Aufmerksamkeit gegenüber der Energieverschwendung ähnlich, aber DIE sind ja momentan auch nicht betroffen.
    Um mich aber auf meine z.Zt. SEHR ehrlich gemeinten Gedanken zurück zu besinnen, möchte ich hier mein Mitgefühl gegenüber den Japanern ausdrücken!
    Da können die Grünen ohnehin nicht ‘drüber’!!!!!

  2. Holger sagt:

    Tja, es erscheint in der Tat als keine so besonders gute Idee, ein KKW in einem Erdbebengebiet zu bauen, das zudem noch von Tsunamis bedroht ist. Aber weil in Japan ein Kraftwerk in Folge einer Kombination aus Erdbeben und Tsunami zerstört wurde, muss man doch jetzt nicht annehmen, dass die Kraftwerke in Deutschland auch entsprechend gefährdet sind. Mehr noch, mir erscheint eine solche Annahme sogar recht töricht.

  3. Rudi sagt:

    @Holger
    Hab’ ich ja auch nicht gesagt…
    Meine Intention war, darauf aufmerksam zu machen, dass ALLE Menschen sich nicht darüber wundern sollten, wenn ihnen irgendwann ein Kraftwerk um die Ohren fliegt und sie dann krank werden. Es MUSS nicht passieren, aber wir alle spielen mit der Gefahr!
    Und wie wir nun erfahren haben, sind mindestens zwei KKW’s bereits durch (auch zufällige) Abstürze von kleineren Privatmaschinen gefährdet…..
    Aber so etwas erfährt man ja stets erst, wenn andere Katastrophen passieren, oder es bei uns zu einem GAU kommt!
    Witzig auch, dass nun KKW’s abgeschaltet werden sollen - NACH dem Atomkonsens!!! Galten die denn nicht bereits vorher als sicher? Oder hat man uns schon im letzten Jahr verarscht?

  4. Holger sagt:

    Wollt ich auch gar nicht andeuten, dass Du das gesagt hättest. Ich bezog mich nur allgemein auf die Diskussion, die derzeit durch die Medien geistert. Im Übrigen gebe ich Dir vollkommen recht: Hunderprozentige Sicherheit gibt es nicht und hat es nie gegeben.

Einen Kommentar verfassen