Immer schwerer

Wenn - wie der DGB glaubt, herausgefunden zu haben - Ältere Arbeitslose immer schwerer einen Job finden; wenn - wie Anneliese Buntenbach meint - Ältere extrem schlechte Chancen am Arbeitsmarkt haben; wenn ältere Arbeitslose kaum vom Aufschwung profitieren, wie kann es dann sein dass

  • die Zahl der Arbeitslosen im Alter von 55 Jahren und mehr in den letzten 10 Jahren um über 300.000 gesunken ist
  • der Anteil der älteren Arbeitslosen an allen Arbeitslosen von 22 auf 16 Prozent zurückging
  • die Arbeitslosenquote der Älteren binnen der letzten 12 Monate von 8,6 auf 8,3 Prozent gesunken ist?

Die Antwort liegt darin, dass sich für den DGB die Frage ganz anders stellt: Wie kann es bloß sein, dass einerseits eine schwarz-gelbe Bundesregierung fortlaufend das Gegenteil von dem tut, was man selbst für dringend erforderlich hält, andererseits aber der herbeigeredete Untergang des Abendlandes beharrlich ausbleibt und stattdessen der Arbeitsmarkt in einer vor wenigen Jahren für unmöglich gehaltenen gesunden Verfassung ist? Da muss man - wie es ein Kommentator hier einmal trefflich formulierte - eben das Haar in der Suppe eines Glatzköpfigen suchen.

3 Kommentare zu “Immer schwerer”

  1. Henk sagt:

    Du beziehst dich mit deinen drei aufgeführten Daten auf die offizielle Arbeitslosenstatistik, die natürlich nicht der Zahl der älteren de-facto-Arbeitslosen entspricht. Wenn z.B. der Anteil der Älteren an der versteckten Arbeitslosigkeit oder an der stillen Reserve gestiegen ist, kann der DFB, Quatsch: DGB auch unter Berücksichtigung deiner Daten Recht haben.

    Insgesamt ist Arbeitslosigkeit in jedem einzelnen Fall oftmals tragisch, aber dennoch mache ich mir um die heutigen älteren Menschen deutlich weniger Sorgen als um nachfolgende Generationen (sage ich als Mittendreißiger, der noch halbwegs gut wegkommt, wenn auch ohne Hoffnung auf eine gesetzliche Rente oberhalb des Hartz4-Niveaus trotz überdurchschnittlichen Verdienstes), an denen das Wohlstandsversprechen (”Arbeite fleißig, dann wird was aus dir!”) ziemlich vobei gehen wird.

    Nicht zu vergessen: Das Haar in der Suppe des Glatzköpfigen kann auch vom Koch oder dem Ober stammen und ist deshalb eine überhaupt nicht treffende Metapher. ;-)

  2. admin sagt:

    Auch die de-facto-Arbeitslosen werden von der Bundesagentur für Arbeit in ihrer Statistik ausgewiesen. Zwar nicht als Arbeitslose, aber in der Statistik der Unterbeschäftigung. Es zeigt sich: auch die Zahl der verdeckt Arbeitslosen ist in den letzten 12 Monaten deutlich zurückgegangen. In längerer Frist hat der Sachverständigenrat die Frage untersucht. Ergebnis: Gerade die verdeckte Arbeitslosigkeit durch Vorruhestand ist enorm zurückgegangen (S. 347).

  3. ropland sagt:

    Populismus Neoliberale Statistikverfälschung. Was sollen diese Lügen noch Retten das System wird an die Wand gefahren und zwar mit einer gewissen Berechnung der Superreichen Monetaristen.

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