unfähig, ahnungslos, Süddeutsche-Redakteur

Transfergesellschaften sind ja neuerdings das Instrument, mit dem die Welt zu retten ist. Den Eindruck erhält man jedenfalls, wenn man den unsäglich dummen Kommentar von Detlef Esslinger in der “Süddeutschen Zeitung” liest. Seine Argumentation lautet ungefähr so: Der Staat - aber eigentlich die FDP - weigert sich, mit einer Bürgschaft von 71 Millionen Euro die Arbeitsplätze der Schlecker-Verkäuferinnen zu retten. Dabei sei er selbst an der Misere Schuld, weil er Unternehmern wie Anton Schlecker erlaube, einfach so ohne staatliche Kontrolle ein Unternehmen zu führen. Die Schlecker-Angestellten könnten hingegen nichts dafür. Die kaltherzige FDP will ihnen nicht helfen, weil sie ja ohnehin keine FDP-Wählerinnen seien und die Firma im rot-grün regierten Baden-Württemberg sitze, also quasi im Feindesland. So ganz geheuer ist dem Autor seine abenteuerliche Argumentation dann aber scheinbar selbst nicht: “Vielleicht haben die FDP-Minister auch seriöse Gründe für ihre Verweigerung”.

Tja, vielleicht. Aber das herauszufinden, kann man einem Redakteur eines deutschen Qualitätspresseerzeugnisses ja offenkundig nicht zumuten. Das Recherchieren von Fakten stört nur beim Verfassen kerniger Kommentare. Sonst wäre womöglich herausgekommen, dass die Einrichtung einer Transfergesellschaft keineswegs die Arbeitsplätze der Beschäftigten rettet. Statt wie jeder andere, der seinen Job verloren hat, durch die Arbeitsagenturen betreut zu werden, können Mitarbeiter in Transfergesellschaften vorher noch 12 Monate durch andere Dienstleister betreut werden und dabei Transferkurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes kassieren - mitunter auch noch aufgestockt vom Ex-Arbeitgeber. Das Arbeitslosengeld gibt es ungeschmälert hinterher. So kommen die Begünstigten auf 24 Monate Bezug von Lohnersatzleistungen. Arbeitnehmer ab 58 können sogar auf 3 Jahre lang Geld vom Amt hoffen.

Eine solch lange Bezugsdauer führt dazu, dass sich Arbeitsuchende Zeit lassen, wenn es um die Aufnahme einer neuen Beschäftigung geht, dazu kann die Arbeitsmarktforschung unzählige Studien vorweisen. Im schlechtesten Fall wird die Dauer der Lohnersatzleistungen voll ausgeschöpft. Nach einem Jahr Beschäftigungslosigkeit wird es dann allerdings sehr schwer, im Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Deshalb muss die Einrichtung - und erst Recht die staatliche Förderung - von Transfergesellschaften gut überlegt sein. Angesichts von über 2 Millionen Beschäftigten, die jedes Jahr ihren Job verlieren oder aufgeben, ist klar dass nicht jeder in eine Transfergesellschaft wechseln kann. Das wäre auch nicht sinnvoll. Für die Zahlung von Lohnersatzleistungen und die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gibt es bereits eine Institution, die auf diese Aufgabe hervorragend vorbereitet ist - die Bundesagentur für Arbeit.

Im Falle der Schlecker-Pleite gibt es keine Gründe, warum die Einrichtung einer Transfergesellschaft erforderlich sein sollte. Da sich die Schlecker-Läden über das ganze Land verteilen, wird kein regionaler Arbeitsmarkt über die Grenze seiner Aufnahmefähigkeit hinaus belastet. Die allgemeine Arbeitsmarktlage ist gut, viele dürften auch ohne teure und langwierige Umschulungen einen neuen Job finden. Im vergangenen Jahr sind den Arbeitsagenturen knapp 130.000 offene Stellen für Verkaufsberufe gemeldet worden. Hinzu kommt noch einmal die gleiche Zahl Stellen, die nicht gemeldet werden. Die FDP hat endlich einmal liberale Politik gemacht und sich nicht von der Transfergesellschafts-Hysterie anstecken lassen. Dafür gebührt ihr Anerkennung.

4 Kommentare zu “unfähig, ahnungslos, Süddeutsche-Redakteur”

  1. Muriel sagt:

    Sie hat es nur leider mal wieder nicht besonders gut verkauft, wie mir scheint.
    Es reicht ja nicht, etwas richtig zu machen, man muss es auch richtig erklären.

  2. Kanaf sagt:

    Pois, eu acho que o grande prbmoela este1 mesmo em encontrar as novidades. Se bem me lembro, a Shlecker da rua de Cedofeita tem um stand grandinho, tambe9m noutra na rua daquele shopping novo na baixa, que me esqueci completamente do nome… Mas lojas que ne3o Shlecker e que tenham novidades ne3o estou a ver :(

  3. Azfhy sagt:

    MaryM: Vou tentar na Rua de Cedofeita. c9 o Plaza, je1 sei onde e9 essa Schlecker, vou avireguar =) Obrigada!Sweetcita: Esses ne3o me ficam muito a jeito, mas se for para esses lados, je1 sei ;) isso de aumentarem os pree7os e9 que ne3o me parece nada bem! =/ Obrigada!

  4. Bridgeport car insurance qoutes sagt:

    Now I feel stupid. That’s cleared it up for me

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