Müßig

Stefan Kornelius kommentiert in der “Süddeutschen Zeitung” die - angeblich durch einen islamkritischen Film provozierten - Attacken fanatischer Muslime auf US-Botschaften, bei denen mehrere Botschaftsangehörige getötet wurden. Dabei entgleiten ihm derart die Maßstäbe, dass einem der Atem stockt. So behauptet er allen Ernstes:

Es ist müßig, hier nach Tätern und Opfern zu unterscheiden. Diesmal ging die Provokation von amerikanischen Extremisten aus, islamistische Fanatiker haben sie angenommen und nicht minder radikal zurückgezahlt.

Nein, Herr Kornelius. Es ist keineswegs müßig, Täter und Opfer ganz klar zu benennen. Wer von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch macht, ist kein Täter. Es ist vielmehr jedermanns gutes Recht, sich kritisch über Religionen zu äußern. Ob man die Kritik teilt oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Wer meint, das nicht ertragen zu können und deshalb gewalttätig wird, der ist Täter. Wer Kritik an einer Religion auf die gleiche Stufe stellt wie das Wüten eines mörderischen Mobs, der macht sich die Sache der Täter zu eigen. Im vorliegenden Fall sind die Rollen klar verteilt. Ungeachtet dessen, was Herr Kornelius uns weismachen will, ist der Tod von vier Menschen nicht das gemeinsame Werk “jüdischer, christlicher und muslimischer Fanatiker”, sondern einzig und allein das Werk fanatischer Muslime. Es ist überhaupt nicht müßig, das einmal klar zu sagen.

2 Kommentare zu “Müßig”

  1. Muriel sagt:

    Einzig und allein ist immer so eine Sache.
    Aber natürlich hast du im Grunde recht.

  2. Der Hass der OZ « überschaubare Relevanz sagt:

    […] Um meine pathologisch FAZ-Obsession zu lindern, hat mir jemand freundlicherweise ein alternatives Qualitätsmedium empfohlen, das ich nun heute zum ersten Mal gelesen habe, um mich davon zu überzeugen, dass es auch ein Leben außerhalb von faz.net gibt. Und siehe da, ich habe gleich ein Thema gefunden, über das ich so gern schreiben möchte, dass ich mich mal von dem etwas unglücklichen Umstand abhalten lasse, dass dazu eigentlich bei Neues aus Westsibirien schon alles gesagt ist. […]

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