SPD: Das Kesseltreiben gegen Abweichler geht weiter

Nachdem schon der ehemalige Bundesminister Clement zu spüren bekam, was es heißt sich gegen die heilige Inquisition der SPD-Parteiführung zu stellen, trifft es nun die hessische Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger. Sie wagte es, ihrem Gewissen zu folgen und die Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin von Gysis Gnaden nicht zu unterstützen.

Da dauert es nicht lange bis zum Beginn der Hexenverfolgung:

Die Wut in Teilen der SPD auf Metzger ist offenbar groß: Das SPD-Bundesvorstandsmitglied Hermann Scheer, der in Ypsilantis Wahlkampfteam für Wirtschaft und Umwelt zuständig war und auch als ein kommender Landesminister gehandelt wurde, brachte sogar einen Parteiausschluss ins Gespräch.

Man kann ja den Frust eines Politikers verstehen, der sich seiner letzten Chance auf einen halbwegs bedeutenden Postens beraubt sieht. Die Häufung der Vorfälle von rabiatem Vorgehen gegen Abweichler wird aber in der Partei offenkundig kaum hinterfragt, so dass man befürchten muss, dass das Methode hat. Wie es scheint, ist Pluralismus gegenwärtig nicht die Stärke der SPD. Schon traurig, wie weit es gekommen ist.

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