Investivlohn? Was soll das?

Kann mir mal einer erklären, was die Bundesregierung mit ihrem Investivlohnmodell bezweckt? Da soll die Beteiligung von Arbeitnehmern am eigenen Unternehmen steuerlich gefördert werden, indem ein extra-Freibetrag von 360 Euro eingeführt wird.

Warum? Was um alles in der Welt ist vorteilhaft daran, dass ich mein Erspartes unter hohem Risiko in ein einziges Unternehmen investiere, anstatt das Risiko zu diversifizieren, wie es jeder vernünftige Mensch tun würde? Wenn das Unternehmen insolvent wird, sind Arbeitsplatz und Altersvorsorge gleichzeitig perdu. Warum fördert der Staat dieses extreme Risiko, während er die private Altersvorsorge mit Aktienfonds mit zusätzlichen Steuern bestraft? Und das, obwohl ein Aktienfonds in aller Regel eine weitaus bessere und sicherere Anlage ist als der Kauf einer einzelnen Beteiligung.

Der Investivlohn ist die Potenzierung finanzwirtschaftlicher Unvernunft. Die Bundesregierung fördert mit Millionen Subventionen den Aufbau hochriskanter, renditeschwacher Investments. Da hilft es auch nichts, wenn das Risiko durch einen “Deutschlandfonds” verringert werden soll - der dafür aber am Gängelband der Politik hängt.

Diese vollkommen offenkundig unvernünftige Politik ist nur unter einem einzigen Aspekt rational erklärbar: Die Politik missfällt es, wenn selbstverantwortliche Bürger ihre eigene private Altersvorsorge aufbauen, ohne dass der Staat Zugriffs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten hat. Deshalb werden Aktienfonds zu Tode besteuert und dafür die überregulierte Riesterrente und fragwürdige Staatsfonds mit Steuergeld gepäppelt. Als wenn es nicht reichen würde, dass schon die gesetzliche Rente sehenden Auges vor die Wand gefahren wurde.

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