Einführung in die BWL mit dem Umweltamt Berlin-Mitte

So genannte Heizpilze sind vielen selbsternannten Klimaschützern ein Dorn im Auge, weil sie - so heißt es - bis zu 3,5 kg CO2 pro Stunde erzeugen. Nun gut. Das Beheizen der Strasse mittels Heizpilz muss man ja nicht gut und sinnvoll finden. Wer sich daran stört, kann ja Gaststätten, die Heizpilze aufstellen meiden und somit seinen Präferenzen Ausdruck verleihen.

Die Berliner Umweltsenatorin bewies trotz ihrer Linken Parteizugehörigkeit gesunden Menschenverstand und weigerte sich, den Rufen nach einem Verbot der Heizpilze nachzukommen. “Diese Heizpilze sind zwar vollständig idiotisch, aber nicht alles, was vollständig idiotisch ist, kann man auch verbieten”, ließ sie im Dezember verlauten. “Und man sollte es auch nicht versuchen”, möchte man hinzufügen.

Die klare Rechtslage hält die Bezirke Mitte, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf nicht vom dem Versuch ab, ein Verbot dennoch durchzusetzen. Da die Bezirke in Berlin keine Gesetze erlassen können, bedienen sie sich eines Bauerntricks: Gaststätten erhalten eine Genehmigung zur Nutzung öffentlichen Straßenlandes erst dann, wenn sie sich verpflichten, keine Heizpilze aufstellen. Klagen gegen dieses Vorgehen sind programmiert. Die Kosten wird wie üblich der Steuerzahler tragen.

Die Sorgen der um ihr Geschäft (vor allem mit Rauchern) bangenden Gastwirte kann die Leiterin des Umweltamtes Berlin-Mitte Regine Grafe zerstreuen: Umsatzeinbußen seien nicht zu befürchten [Tagesspiegel-Printausgabe vom 3. Mai, S. 12].

Aha! Da können wir ja froh sein, dass sich die rennomierte, weltweit geachtete Betriebswirtschaftsexpertin mit Fachrichtung Gastronomie Grafe endlich mal zu Wort gemeldet hat. Andernfalls hätten die Berliner Gastwirte auch weiterhin Tausende Euros für vollkommen nutzlose Heizpilze für ihre frierenden Gäste zum Fenster hinausgeworfen.

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