Milchbauernlogik

Da bemüht sich der Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM), einen Lieferstreik der Milchbauern zu organisieren, um höhere Preise durchzusetzen. Dagegen ist nichts zu sagen, wir können hier - wenn man mal die grotesk hohen Subventionen an die Landwirtschaft allgemein außen vor lässt - die Marktwirtschaft in Aktion sehen. Angebot und Nachfrage suchen ihren Ausgleich. Vorwürfe von politischer Seite sind fehl am Platze. So wenig, wie den Milchbauern vorgeschrieben werden kann, zu welchem Preis sie ihre Milch verkaufen, so wenig kann den Verbrauchern vorgeschrieben werden, zu welchem Preis sie Milch kaufen.

Also alles bestens? Nicht ganz. Offenkundig klappt es mit dem Lieferstreik nicht so recht. Zwar betont der BDM gebetsmühlenhaft, welch furchtbare Versorgungsengpässe auftauchen werden, doch bislang ist davon wenig zu sehen. Daher greift man zu anderen Mitteln, z.B. der Blockade von Molkereien, die scheinbar wenig Probleme haben, anderswo Milch anzukaufen. So eine Blockade mit Treckern hat aber mit marktwirtschaftlicher Preisfindung nicht mehr das geringste zu tun. Hier soll den Nachfragern die eigene Preisvorstellung mit Gewalt aufgenötigt werden.

Auch Milchbauern müssen sich an Gesetze halten. Man kann nur hoffen, dass die Staatsgewalt hier das Recht durchsetzt und nicht vor der Bauernlobby den Schwanz einzieht.

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