Steuerkapriolen

Die Bundesregierung will - wie schon vor geraumer Zeit angekündigt - nun tatsächlich die Kfz-Steuer künftig nicht mehr wie bislang nach Hubraum, sondern nach CO2-Ausstoß bemessen. Unklar ist, was damit erreicht werden soll.

Der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs richtet sich nach dem Verbrauch. CO2 kann nur dann entstehen, wenn Benzin oder Diesel verbrannt werden. Ein Liter Benzin wandelt sich beim Verbrennen in eine feststehende Menge CO2 um. Mein Chemie-Kurse liegen schon lange zurück, aber meines Erachtens ist es dem Liter Benzin ziemlich egal, ob er in einem Porsche Cayenne oder einem VW Polo verbrannt wird. Die Menge des erzeugten CO2 müsste eigentlich immer gleich sein.

Wenn dem so ist, dann verfehlt die neue Kfz-Steuer komplett ihren Sinn. Ein dicker Achtzylinder mit 5 Litern Hubraum erzeugt nullkommanull CO2, wenn er in der Garage steht. Der vermeintlich umweltkompatible 1,2 Liter-Turbodiesel dagegen erzeugt ziemlich viel CO2, wenn man damit 50.000 km im Jahr fährt. Die neue Steuer besteuert aber den Achtzylinder hoch und den Turbodiesel gering.

Wenn man tatsächlich mit der Steuer den CO2-Ausstoß verteuern will, ist das dafür geeignete Instrument die Mineralölsteuer. Denn nur ein verbrannter Liter Benzin erzeugt CO2. Davor scheut aber die Bundesregierung zurück, wohl weil eine Erhöhung des Benzinpreises sofort die Bild-Zeitung auf den Plan ruft. Da greift man lieber auf untaugliche Symbolpolitik zurück. Alibi-Aktionismus.

Ein Kommentar zu “Steuerkapriolen”

  1. [zeitcollector] » Blog Archive » Neue Kfz-Steuer-Regelung - Marketing für die Auoindustrie sagt:

    […] eine verkaufsfördernde Massnahme für die Autoindustrie aus, worin mich auch der Post von Neues aus Westsibirien bestärkt. Verbrauchssenkung wäre das probate Mittel; nicht nur bei Benzin und Diesel, […]

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