Die “Frankfurter Rundschau” und die Arbeitslosenzahlen - kein Traumpaar

Latrinenparolen verbreitet zur Zeit die Frankfurter Rundschau. In diesem Artikel behauptet Marcus Sievers, dass “nach FR-Informationen” die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahren im Januar bei knapp 680.000 gelegen habe. Dies sei ein Anstieg um fast 170.000 oder einem Drittel in einem Zeitraum von drei Jahren. Passend dazu werden Untersuchungen des DGB zitiert, derzufolge die Altersarmut steige. Und Sievers vergisst auch nicht zu erwähnen, dass auch die Linke wegen der Verarmung der Älteren “Alarm schlägt”.

Da fragt man sich, wo die “FR-Informationen” denn her kommen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit sehen jedenfalls ganz anders aus. Demzufolge gab es im Januar nicht 680.000, sondern nur 430.000 Arbeitslose über 55 Jahren. Und deren Zahl steigt nicht an, sondern fällt rapide: Im Januar 2007 waren es 546.000; im Januar 2006 620.000 und im Januar 2005 559.000. Innerhalb von drei Jahren ist die Arbeitslosigkeit der Älteren also nicht um ein Drittel gestiegen, sondern um 23 Prozent gesunken. Und im Jahr 2007 stieg sie nicht um 44.000 an, wie die FR behauptet, sondern fiel um 118.000.

Somit sinkt die Arbeitslosigkeit der Älteren sogar noch schneller als die der jüngeren Altersgruppen. Und dass das Armutsrisiko sowohl der 50-64-jährigen wie auch der über 64-jährigen geringer ist als das Risiko jüngerer Altersgruppen, lässt sich - wenn man es denn wissen will - aus dem 3. Armutsbericht der Bundesregierung unschwer ablesen.

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