Melk mir die Kuh, Horst

Die Milchbauern melden sich mal wieder zu Wort. Nachdem sie schon bei früheren Gelegenheiten bewiesen haben, dass ihnen jedes marktwirtschaftliche Verständnis abgeht, ist es nunmehr Zeit, den Beweis erneut anzutreten. Stellvertretend für die Branche tut dies der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter Romuald Schaber, der auf einer Kundgebung in Berlin Landwirtschaftsminister Horst Seehofer, den Bundestag und die Länder aufforderte, die Milchliefermenge zu begrenzen um die abbröckelnden Preise zu stützen.

Mir war gar nicht bekannt, dass Seehofer und der Bundestag Milch geben. Ich dachte immer, es wären die Milchbauern selbst, die Milch produzieren. Demzufolge hätten sie es ja selbst in der Hand, die Liefermenge zu reduzieren um höhere Preise durchzusetzen. Jedenfalls wenn die Mehrheit der Produzenten die Auffassung teilt, dass eine Reduzierung sinnvoll ist. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Was im Umkehrschluss nur heißen kann, das einem Teil der Milchbauern die Politik eines anderen Teils aufgezwungen werden soll.

Würde es sich um Produzenten von Benzin handeln, wäre wohl schon längst das Kartellamt tätig geworden. Man stelle sich vor, die Ölkonzerne verabreden sich, die Liefermenge zu begrenzen um den Preis zu erhöhen. Aber Milchbauern haben einen höheren Knuddelfaktor. Da findet sich immer ein (vorzugsweise bayerischer) Staatssekretär, der sich die planwirtschaftlichen Ambitionen der Bauern zu eigen macht.

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