Wettbewerb ist böse..

.. denkt sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Dabei ist sie so dogmatisch, dass sie darüber die Interessen ihrer Mitglieder vergisst. Es sei nämlich von Übel, wenn einige Bundesländer Lehrer, die in anderen Bundesländern ausgebildet wurden, mit höheren Gehältern weglocken. Das treibe die Preise hoch und nütze nur den reichen Ländern.

Nun ja, so funktioniert nun mal ein Markt - glücklicherweise, sollte man hinzufügen. Wenn ein Gut knapp wird, steigt bei gleichbleibender Nachfrage der Preis. Dies ist ein Signal an die Marktteilnehmer, dass mehr von dem Gut gebraucht wird. Der Markt schafft zugleich den Anreiz, dieses Gut bereitzustellen. Im Falle der Lehrer steigen die Gehälter und es entsteht ein größerer Anreiz, den Lehrerberuf zu ergreifen.

Es erscheint erklärungsbedürftig, warum eine Gewerkschaft plötzlich gegen steigende Gehälter ihrer Mitglieder eintritt. Die einzige vernünftige Erklärung für diese offenkundig unvernünftige Position ist ideologische Verblendung. Wettbewerb wird generell abgelehnt. Im Bildungswesen möge staatliche Planung herrschen, auch wenn diese gegenüber dem Markt klar unterlegen ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, was einer solchen Gewerkschaftsideologie anhängende Lehrer unseren Kindern so alles über die soziale Marktwirtschaft beibringen.

4 Kommentare zu “Wettbewerb ist böse..”

  1. zeitcollector sagt:

    Im Grunde richtig beschrieben - aber: Hier geht es nur vordergründig um’s Geld und ob auch bei Lehrern “Angebot und Nachfrage” ungeregelt wirken sollen….?
    Problematisch an dem Vorgang sind nicht die höheren Gehälter, sondern der Mangel an Lehrkräften. Wenn einige Bundesländer mit höheren Gehältern die Lehrer zu sich holen und dies in anderen Ländern zu Lehrermangel mit allen Konsequenzen für Unterricht und Bildung führt, dann ist das höhere Gehalt ein zweitrangiges Problem.

  2. Holger sagt:

    Hm. Wenn es einen allgemeinen, bundesweiten Lehrermangel gibt, dann müsste man etwas unternehmen, damit mehr Menschen den Lehrerberuf ergreifen. Aber das erreicht man doch nicht damit, indem man einen bundeseinheitlichen Lohn festlegt, der sich (voraussichtlich) an der Finanzkraft der ärmeren Länder orientiert. Wenn ich mehr Lehrer brauche als da sind, muss ich sie besser bezahlen.

  3. zeitcollector sagt:

    Da die Länder infolge des föderalen systems die Kulturhoheit haben, sind sie auch für die Asbildung des Lehrernachwuchses zuständig, oder? Wenn hier Versäumnisse damit ausgeglichen werden, dass anderen Bundesländern die Lehrer weggekauft werden, hat dies meines Erachtens nicht viel mit freiem Wettbewerb zu tun. Das erinnert mich eher an den brain drain, den die Länder der Dritten Welt zu erleiden haben.
    Wenn die Lehrerausbildung beim Bund liegen würde, würde ich dem in Deinen Artikel angesprochenen Wettbewerb zustimmen.

  4. Holger sagt:

    Tja, entweder man will Föderalismus an dieser Stelle, oder eben nicht. Wenn Bildung Ländersache ist, dann ist der föderale Wettbewerb sogar erforderlich. Andernfalls gäbe es ja kein Mechanismus, mit dem einem Lehrermangel z.B. durch steigende Gehälter begegnet werden könnte.

    Wenn ich die Lehrergehälter dagegen bundeseinheitlich gestalten will, bedeutet das im Ergebnis die Abschaffung des Föderalismus im Bildungswesen. Dafür mag sogar Einiges sprechen - schließlich sind die Absolventen in der Regel bundesweit mobil, so dass Externalitäten zu erwarten sind. Nach Lage der Dinge aber hat man sich ja gerade erst entschieden, das Bildungswesen noch konsequenter als bislang in die Hände der Länder zu geben.

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