Klare Kante

Kein Blatt vor den Mund nimmt die Präsidentin des Sozialverbandes “VdK”, Ulrike Mascher. Künftige Nullrunden für Rentner seien abzulehnen, im Bedarfsfall sollen halt die anderen zahlen: Der Beitragssatz der Rentenversicherung könne auch auf 21 oder 22 Prozent steigen. So klar hat man es von der Rentnerlobby schon lange nicht mehr gehört, was sie von anderen Generationen hält: Goldesel, die es zu melken gilt.

Da wird gern vergessen, dass die Bundesregierung die Rentenformel, nach der angesichts sinkender Reallöhne eigentlich auch die Renten zu sinken hätten, bereits still, leise und heimlich beerdigt hat. Da wird vergessen, dass ein ergeblicher Teil der Rentner Steuerhinterzieher sind, weil sie angeblich von einer Steuerpflicht ihrer Renten nichts gewusst haben. Und ausgeblendet wird auch immer gern das Los der Erwerbstätigen, die angesichts horrender Zahllasten für die Rentner keinen Spielraum mehr haben, für ihr eigenes Alter privat vorzusorgen.

Lamentiert wird dagegen gern über die Altersarmut, die sich im Vergleich zur Armut von Familien allerdings recht unbedeutend ausnimmt. Für eine Erkenntnis muss man daher Frau Mascher dankbar sein: Es war nicht die Erwerbstätigengeneration, die eine faire Verteilung der Lasten aus dem demographischen Wandel hintertrieben hat.

2 Kommentare zu “Klare Kante”

  1. Rudi sagt:

    ….ähnlich zum Artikel über die Linke Wahlwerbung (Reichtum besteuern..) will diese ‘Dame’ doch nur die Massen gegeneinander aufhetzen, um von der Unfähigkeit aller Verantwortlichen ab zu lenken!
    Nun möchte ich ja nicht alle Rentner zu Millionären erklären; nein, es gibt unter ihnen sicherlich bedauernswerte Leute, die mit einem Minimum auskommen müssen, aber waren das alle nur Niedriglöhner, die mit einer kleinen Rente rechnen MUSSTEN? Dann fragt man sich allerdings wieder, wie man bei derzeitig hohen Abgaben (die Beitragssätze dürfen lt. Mascher ja ruhig steigen) tatsächlich etwas für seine eigene Rente aufbauen soll und WER DANN zur Kasse gebeten wird, wenn ICH Rentner bin???!!!

    Naja, mal abwarten, was daraus wird, denn mittlerweile habe ich gelernt, dass die am meisten partizipieren, die am lautesten schreien. MEINE Lebensenergie kann und will ich allerdings nicht für’s Schreien verschwenden, denn ich soll und muss ja für die Rentner Beiträge erarbeiten ;-)

    …und dann kommen da ja auch noch die vielen Eltern, die zukünftig mehr Kindergeld bekommen sollen und die ‘Globalkrankenkasse’ soll auch weiterhin defizitär vor sich hin mogeln und………..

    Ach was: Augen zu und durch…..! :-(

  2. admin sagt:

    Tja, das ist ja nun das Problem, dass die Anzahl derjenigen, die die Rente für die Babyboomer der in den 60er Jahren Geborenen erwirtschaften sollen, sehr überschaubar ist. Genaugenommen sind die nachkommenden Jahrgänge nur noch halb so stark besetzt. Was das für die Rente der Babyboomer bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen: Hartz IV-Niveau. Wer mehr von seiner Rente erwartet, muss privat vorsorgen, was Vielen aber nicht zuletzt aufgrund der Anspruchshaltung einer Frau Mascher schwer oder sogar unmöglich gemacht wird.

    Klar gibt es auch Rentner mit wenig Rente. Nicht alle fahren nach Mallorca. Aber alle gegenwärtigen Rentner kriegen weit mehr Rente im Verhältnis zu ihren Einzahlungen als künftige Rentner.

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