Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) nicht geheuer. Offenbar ist man Opfer der eigenen Propaganda geworden. Schließlich verkündet der DGB seit Jahren, dass immer alles schlimmer werde - mehr Arbeitslosigkeit, mehr Armut, mehr Elend. Da helfe nur noch der Mindestlohn, den aber die böse, neoliberale Regierung blockiere. Wie kann es da nur sein, dass die Arbeitsmarktzahlen immer besser werden?

Die einzige Erklärung, die man sich angesichts der eine klare Sprache sprechenden Statistiken zurechtbasteln konnte war, dass die Zahlen gefälscht sein müssen. Tatsächlich werden arbeitslos Gemeldete, die etwa in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme stecken, nicht zu den Arbeitslosen gezählt. Dies ist im Grundsatz aber schon immer so. Die Bundesagentur weist diese Gruppe auch transparent aus und errechnet mehrere Konzepte der Unterbeschäftigung, in denen Arbeitsuchende, aber nicht in der Arbeitslosenstatistik Gemeldete ausgewiesen werden. Doch oh weh, auch die Unterbeschäftigung sinkt beträchtlich. Zudem zeigen Berechnungen des Sachverständigenrates, dass das Ausmaß der verdeckten Arbeitslosigkeit langfristig drastisch gesunken ist.

Bleibt für den DGB nur noch zu kristisieren, dass die Bundesagentur für Arbeit “trotz Fachkräftebedarf” im nächsten Jahr 100.000 Arbeitslose weniger fördern will. “Die Weiterbildungschancen werden sinken, Langzeitarbeitslosigkeit und Armut deutlich steigen”, malt Gewerkschaftsökonom Wilhelm Adamy schwarz. Was er dabei vergisst: Die Zahl der Arbeitslosen wird im nächsten Jahr noch viel stärker sinken als die Zahl der Förderungen, nämlich um rund 300.000. Das heißt, die Zahl der Förderungen je Arbeitslosen nimmt zu - die Weiterbildungschancen sinken nicht, sie werden steigen.

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