Armut trotz Aufschwung?

Die Horrormeldung der Woche: Die Armut in Deutschland bleibt konstant! Ein schwerer Schlag für jeden sozial denkenden Menschen. Dabei hätte doch die Armut in der guten Konjunktur der letzten Jahre zurückgehen müssen, meint der Paritätische Wohlfahrtsverband. Offenkundig bedürfe es mehr Umverteilung.

Klingt logisch - ist es aber nicht. Armut in Deutschland ist ein reines Verteilungsmaß, das nichts mit existenziellen Notlagen zu tun haben muss.  Daher muss ein konjnktureller Aufschwung auch keineswegs zu einer Reduzierung der Armutsquote führen.

Würden alle Haushalte in Deutschland ihr Nettoeinkommen verdoppeln, würde sich an der Armutsquote gar nichts ändern. Die Armut geht erst dann zurück, wenn die unteren Einkommensschichten überproportional von Einkommenszuwächsen profitieren. Das war nicht der Fall. Ebensowenig wie die oberen Einkommensschichten überproportional profitiert haben, denn die Armutsquote ist seit 2005 weitgehend konstant.

Was ja auch eine Meldung wäre: Die befürchtete soziale Spaltung im Zuge der Agenda 2010 ist ausgeblieben. Aber daran ist ja kein Wohlfahrtsverband interessiert.

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