Leberwurst, beleidigte

Heribert Prantl, Homestory-Spezialist und Kommentator des Qualitätsblatts “Süddeutsche Zeitung” ärgert sich über das Gutachten des Sachverständigenrates. Dieser sprach sich gegen den Mindestlohn aus. Prantl ist anderer Meinung, aber weil ihm inhaltliche Argumente wohl grad nicht eingefallen sind, greift er auf das zurück, was er beherrscht: Beschimpfungen auf Kindergarten-Niveau: Der Rat sei “wichtigtuerisch”, “anmaßend”, “unverschämt” und “naseweis”. Gut, dass wir das einmal geklärt haben.

Das einzige, was man mit viel Wohlwollen inhaltliche Kritik nennen könnte, ist ein aus dem Zusammenhang gerissenes Fragment aus dem Gesetz über die Bildungs eines Sachverständigenrates. Dort steht in §2 im letzten Satz, dass keine Empfehlungen für bestimmte Maßnahmen ausgeprochen werden sollen. Das nimmt Prantl zum Anlass, dem Rat das Recht auf wirtschaftspolitische Empfehlungen im Allgemeinen abzusprechen - jedenfalls wenn es sich um Empfehlungen handelt, die er nicht teilen mag. Was er verschweigt ist der erste Teil des Satzes: “Der Sachverständigenrat soll Fehlentwicklungen und Möglichkeiten zu deren Vermeidung [..] aufzeigen”.

2 Kommentare zu “Leberwurst, beleidigte”

  1. Muriel sagt:

    Darf man als aufrechter Demokrat einen per Gesetz eingerichteten Sachverständigenrat überhaupt wichtigtuerisch finden?
    Die Wichtigtuerei ist dann doch einwandfrei legitimiert.

  2. admin sagt:

    Die Demokratie legitimiert die Wichtigtuerei nicht nur, die fordert sie sogar explizit ein: “Der Sachverständigenrat erstattet jährlich ein Gutachten [..]” (§6). Wie man’s macht, ist es falsch..

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