Wettbewerb à la Mehdorn

So ganz hat er das noch nicht verstanden mit dem Wettbewerb, der Vorstandschef der Deutschen Bahn. Sonst käme er wohl nicht auf die abwegige Idee, dass die ganze Bahnbranche den Haustarif der Bahn anwenden solle:

Mehdorn wies darauf hin, dass ein reiner Mindestlohn aus seiner Sicht zu wenig wäre: “Mindestlöhne würden uns gar nichts nützen, weil wir weit darüber zahlen. Wir fordern, dass alle angemessene Tarifverträge haben müssen.”

“Angemessen” heißt dann wohl auf dem weit überdurchschnittlichem Niveau des Staatsunternehmens. So läuft das nicht in einer Marktwirtschaft. Die Forderung nach einheitlichen Tarifverträgen ist genauso unsinnig wie die Forderung, dass alle Wettbewerber die gleichen Preise für Diesel zu zahlen hätten. Die Vorteile, die die Bahn hier (und anderswo) wegen ihrer größeren Abnahmemengen erzielen kann, teilt sie ja auch nicht mit ihren Konkurrenten. Und das zu Recht.

Wettbewerb heißt Konkurrenz auf allen Märkten - bei der Beschaffung von Vorleistungen genauso wie auf dem Arbeitsmarkt oder dem Markt für das Endprodukt. Einheitliche Preise zerstören ein wichtiges Wettbewerbselement. Es muss einem Unternehmen möglich sein, durch die Zahlung hoher Löhne die besten Arbeitnehmer zu attrahieren. Genauso muss es möglich sein, mit der Beschäftigung geringproduktiver Arbeitnehmer zu niedrigeren Löhnen sein Glück zu versuchen. Durchsetzen wird sich am Ende die effizienteste Produktionstechnologie, was wesentlich für die Dynamik der Marktwirtschaft ist. Das klappt aber nur, wenn die Preise nicht vorgegeben werden.

Der Einheitstarifvertrag für alle ist genauso unsinnig wie die bindende Vorgabe des Preises für eine Fahrkarte von Berlin nach Hamburg. Was würde wohl Mehdorn dazu sagen, wenn man die Deutsche Bahn zwingen würde, höchstens den Preis des günstigsten Wettbewerbers zu nehmen?

Einen Kommentar verfassen